Header Aktuelles4

23. Juni 2019

Kurzsichtigkeit - was gibt es Neues zur Myopie

Was bedeutet Kurzsichtigkeit?

Wenn Kinder die Schrift an der Tafel schlecht erkennen, aber in der Nähe alles gut sehen können, spricht man von Kurzsichtigkeit. Diese entwickelt sich meist ab dem Grundschulalter. Dabei kommt es zu einem verstärkten Augenwachstum und es kann kein scharfes Bild für weiter entfernte Dinge mehr erzeugt werden. Der Fachbegriff dafür lautet Myopie, er kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet „blinzeln“.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Kurzsichtigkeit zu den fünf wichtigsten Augenerkrankungen, deren Eindämmung Priorität haben. Denn Kurzsichtigkeit ist nicht nur ein „Komfort-“ oder ein „kosmetisches“ Problem, weil man Brillen oder Kontaktlinsen tragen muss. Myopie ist für viele Menschen mit erheblichen Kosten verbunden und kann zu deutlichen beruflichen und privaten Nachteilen führen.
Erwachsene mit Kurzsichtigkeit leiden häufiger unter Makulaerkrankungen, Glaukom (Grüner Star), Netzhautablösungen, Glaskörpertrübungen und Grauem Star. Je höher die Kurzsichtigkeit, umso höher das Risiko für alle diese Krankheiten.

Gründe für die Entwicklung einer Myopie

Genetische Ursachen
Kinder mit einem oder beiden kurzsichtigen Eltern haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls kurzsichtig zu werden. Insgesamt sind inzwischen mehrere hundert Gene gefunden worden, die zur Kurzsichtigkeit beitragen. Ihr Anteil zur Myopie-Entwicklung ist aber mit nur zehn Prozent gering. Die anderen neunzig Prozent ergeben sich aus Umweltfaktoren. Die beiden wichtigsten sind Naharbeit und fehlendes Tageslicht.

Zuviel Naharbeit
Wir fokussieren deutlich öfter auf nahgelegene Objekte als unsere Vorfahren: Wir lesen mehr, beschäftigen uns mit Computern, Smartphones und Tablets. Ein höherer Bildungsgrad führt zu einer stärkeren Kurzsichtigkeit. Man hat herausgefunden, dass ein Jahr Ausbildung für circa 0,3 dpt steht.

Zuwenig Tageslicht
Tageslicht hemmt im Tierversuch die Myopie. Die Beleuchtungsstärke an einem bedeckten Tag im Freien beträgt das zehnfache eines beleuchteten Innenraumes. Kinder, die viel Zeit draussen verbringen, werden bis zu sechzig Prozent seltener kurzsichtig. Beträgt die tägliche Tageslichtexposition weniger als 30 Minuten, verdoppelt sich das Myopierisiko. Das gilt auch für Kinder mit kurzsichtigen Eltern. Im Winter nimmt die Myopie mehr zu als im Sommer. Das Risiko, eine Myopie zu bekommen, ist also um so geringer, je mehr Zeit die Kinder draussen im Freien verbringen. Mehr Aufenthalt im Freien wirkt stärker als die Reduktion der Naharbeit.

Wie wird die Myopie behandelt?

Mit einer Fernbrille können Betroffene wieder scharf sehen. Kinderbrillen sollten klein und leicht sein, damit sie beim Spielen und Toben sicher sitzen. Für den Schulsport sind Sportbrillen eine Alternative. Es gibt für jede Altersklasse Kinderbrillen, die den speziellen Besonderheiten eines Kindergesichtes und den Alltagsanforderungen jeder Altersgruppe gerecht werden. Suchen Sie sich einen Optiker, der in Ihrer Nähe ist und gerne Kinder betreut.
Bei älteren Kindern, bei besonders hoher Myopie, bei besonderen Hobbies oder Sportarten können Kontaktlinsen angepasst werden. Die sorgfältige Auswahl und Anpassung erfolgt stets nach individueller Beratung. Vorraussetzung ist unbedingt, dass Ihr Kind die strengen Hygieneregeln befolgen kann.
Refraktive Eingriffe oder Laserbehandlungen wie die LASIK sind erst bei Erwachsenen sinnvoll, wenn die Kurzsichtigkeit nicht mehr voranschreitet.

Wenn Sie als Eltern sich jetzt fragen, ob Sie zusätzlich noch etwas für Ihr Kind tun können, ist unsere klare Empfehlung in genau dieser Reihenfolge:

1. Täglich für mindestens 2 Stunden raus an die frische Luft, bei Wind und Wetter!

2. Auf einen großen Leseabstand achten, mehr als 30 cm sollten es sein!

3. Gegebenenfalls spezielle Augentropfen.

Falls Sie Fragen dazu haben, sprechen Sie uns gerne an.

 

 

Zurück Nach oben